Monatsspruch April 2021

„Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.“ Kol 1, 15

Reden kann man viel. An den Taten erweist sich die Wahrheit. Von Gott reden viele. Aber der ist ja unsichtbar. Da kann man viele Worte machen. Wer will sie überprüfen?

Bilder steigen auf aus der Geschichte: Die ersten Christen werden verfolgt. Ab dem Jahr 312 kommt die Kirche zu Macht. Kaiser Konstantin will seinen Rivalen besiegen. Er will alleiniger Herrscher in Rom sein. Er sagt: Ich habe gesiegt unter dem Zeichen des Kreuzes. Hat er mit Hilfe Gottes so viele getötet in dieser Schlacht an der Milvischen Brücke? Seither förderten er und die Herrscher nach ihm das Christentum. Durch die Jahrhunderte gibt es nun auch ausschweifendes Leben, Ausbeutung, Judenhass, Ungerechtigkeit, Hexenverfolgung, Unterdrückung und Zwangsbekehrung von Ureinwohnern, Frauenfeindlichkeit, Leibfeindlichkeit, sexualisierte Gewalt und Missbrauch. Was hat das alles mit Gott zu tun? Da sind viele Bilder entstanden, die Zerrbilder geworden sind.

Nicht umsonst werden die Christen in Griechenland vom Apostel Paulus ermutigt: Vergesst es nicht: Es gibt ein einziges wahres Bild von Gott: Was ihr von Jesus gehört habt, das gilt! Eure Hoffnung ist nicht ein donnerndes Leben für Euch selbst, sondern Gerechtigkeit für die Welt. Eure Hoffnung ist nicht Sieg über andere durch Gewalt und Mord, sondern Bewahrung und Förderung allen Lebens. Eure Hoffnung ist nicht Bereicherung für Euch allein, sondern Förderung des Reichtums für alle. Dazu ist die Erde, ist die Schöpfung, sind die Menschen da. An dem Bild sollt ihr Gott erkennen und Euch selbst messen lassen.

Und dazu schließlich gibt es einen gestorbenen Christus und das Zeichen des Kreuzes. Es ist ein Hoffnungsbild dafür, dass Gott selbst in Not und Leid, ja selbst im Tod nicht fern ist. Mehr noch: Der Tod wird überwunden. Die Gewalt siegt nicht. Gott erlebt die Welt aus der Perspektive der Leidenden, Gefolterten und Getöteten. Deshalb feiern wir Ostern.

Ich will darauf vertrauen, dass das so ist. Das ist meine Hoffnung gegen allen Raubtierkapitalismus und alle Ausbeutung, gegen alle Gewalt und allen  Krieg. Ich brauche keinen Gott, der gemeinsame Sache mit den Unterdrückern in der Welt macht. Ich brauche einen Gott, der mich die Perspektive der Verletzten, der Traumatisierten, der Verzweifelnden aushalten lässt.

Die Freude über Ostern lässt sich von dieser Wirklichkeit nicht trennen. Gott sei Dank.

Ich wünsche eine durchbrechende Freude!